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Beethoven Bagatelles op 126, Piano Concerto No 1 - Frankfurter Allgemeine Zeitung
Monday 30 June 2008

Piotr Anderszewski spielt Beethovens späte Bagatellen mit einer fast unglaublichen Bewusstheit, einer souveränen Meisterschaft in der Ökonomie der Darstellungsmmittel. Der Wahnsinn der Gedankensprünge, konnte man sagen, erscheint hir als Selbstverständlichstes, aber eben und das ist das Entscheidende, doch auch mit jenem Zeichen des Fiebrigen, Höchstgespannten, das die Abgrenzung zur virtuosen Effekthascherei markiert.

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Die Kombination dieses späten Bagatellen-Zyklus mit dem ersten Klavierkonzert befremdet zunachst, der bunten Mischung der Gattungen halber, aber auch wegen der allzu weit entfernten Stil-Lagen. Dass das Album dann doch nicht wie ein Zusammenschnitt von angelegentlich produziertem Material erscheint, liegt zunachst an den Umständen dieser Augnahme selbst. Es handelt sich wirklich um eine einzige, zusammenhängende Produktion, was sich dem Hörer sogar deutlich mitteilt über den identischen Raumklang bei Bagatellen und Konzert. Auch ergibt sich so etwas wie eine konzeptuelle Stimmigkeit, die aus der Tiefe des Interpretenwissens mehr schopft als nur eine ausserliche Gegenüberstellung des frühen und des späten Beethoven. Hier entsteht vielmehr ein faszinierendes Psychogramm des Komponisten, das Kontinuität wie Entwicklung der Persönlichkeit sichtbar macht im Wandel des musikalischen Denkens und der funktionalen Bestimmung von Musik.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung


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