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Rheingau Festival - Frankfurter Rundschau
Thursday 15 July 2010

Auf Bach folgen Schumanns Studien für den Pedalflügel op. 56, fest in der kanonischen Struktur verankert, und doch sehr weich, fließend in den Konturen. Dann Karol Szymanowskis Métopes op. 29, dem Impressionismus verbunden, von Anderszewski aber mit einem Zug ins Utopische, Maßlose versehen. Und zuletzt Beethovens Sonate op. 110, eines jener Werke für die Ewigkeit, das Anderszewski in die Extreme denkt. Der mozarthafte Ton zu Beginn, das ruppige, geradezu widerständige Allegro molto, die Stillstände im Finale, die fast wie Momente der Leere wirken, aus denen dann das Fugenthema entsteht, das er so behutsam spielt, als gäbe es nichts Kostbareres auf der Welt. Vom "vehementen Flüstern" hat einer mal über Anderszewski geschrieben. Er selbst sagt das so: "Ich versuche nicht, das schon Offensichtliche zusätzlich zu unterstreichen."

Photo: © Robert Workman/Virgin Classics 2007
Source: Frankfurter Rundschau


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