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Beeethoven Festival Bonn - General-Anzeiger
Friday 8 October 2010

In der ausverkauften Redoute begann er den enthusiastisch gefeierten Abend mit der Englischen Suite in e-Moll von Bach, der er Schumanns Sechs Studien für einen Pedalflügel folgen ließ. Nach der Pause ging's in umgekehrter Reihenfolge weiter: Schumanns "Gesänge der Frühe" gingen dort Bachs Englischer Suite in d-Moll voraus.

Und am Ende dieser Versuchsanordnung mochte sich der Eindruck eingestellt haben, man habe der Vermählung der Musik beider Komponisten beigewohnt. Nach den beiden Schumann-Zyklen schien es, als habe sich Anderszewskis Sicht auf Bach verändert, als sei sie romantischer, sinnlicher geworden. Die Gigue am Ende der d-Moll-Suite spielte er sozusagen mit vollem Werk, kraftvoll und virtuos wie ein Stück von Schumann.

In Schumanns Pedalflügel-Studien, die Anderszewski selbst für den Konzertflügel bearbeitet hatte, hob er hingegen die Verwandtschaft zu Bach hervor. Der ungewöhnlich starke Pedalgebrauch assoziierte darüber hinaus eine Kirchenraumakustik. Zwar wirkte manches doch ein wenig gewollt, wie das langsame Tempo im vierten Satz der "Gesänge", doch die überraschenden und frappierenden Einsichten, die sein Spiel den Hörern mitteilte, überwogen bei weitem.

Photo: © Robert Workman/Virgin Classics 2007
Source: General-Anzeiger
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