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Wiener Konzerthaus - Die Presse
Friday 21 January 2005

Zunächst wollte er ja Klavierwerke von Chopin und Szymanowski gegenüberstellen, doch dann entschied sich der polnische Pianist kurzfristig, die Palette mit Bach zu erweitern. Eine kluge Wahl, zählt doch Piotr Anderszewski längst zu den maßgeblichen Bach-Pianisten. Auch diesmal wurde er diesem Ruf gerecht mit seiner konturenscharfen, transparenten, von swingender Musikalität erfüllten, geradezu tänzerischen Darstelluung von Bachs h-Moll-Ouvertüre BWV 831.

Aber auch mit seinem Einszatz für seinen Landsmann Karol Szymanowski hat sich der 1969 in Warschau geborene Pianist einen Namen gemacht. Im Mozartsaal spielte er zwei der wichtigsten Klavierwerke Szymanowskis: den von der Gedankenwelt der Scheherazade, von Tristan und Don Juan inspirierten Zyklus Maski und die dreiteilige Klavierreihe Metopy, die sich auf Homers Odyssee bezieht, abwechslungsreich in Debussy-, Ravel- und Skrjabin-Anklängen schillert. Deren differenzierte Klangwelten präsentierte er ebenso souverän, mit bestrickender Klangkultur wie den Bach zuvor.

Eigenwillig verabschiedete sich Anderszewski mit Chopins letzter Klaviersonate. Im Stirnsatz betonte er einseitig den Maestoso-Charakter, gefiel sich in einer Vielzahl subtiler Rubati. Das Scherzo las er als eilig dahinhuschende Skizze. Überdehnt und mit manierierten Akzenten das Largo - immerhin mit raffinierter Anschlagskultur. Schwungvoll rauschte der gleichfalls vornehmlich aus seinem melodischen Charme entwickelte Finalsatz dieses h-Moll-Werks dahin.
Source: Die Presse


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